Erfahrungsbericht - tiefe Becken-Beinvenenthrombose

Schulmedizinische Diagnose: frische, tiefe Becken-Beinvenenthrombose

Lieber Helmut,

es tut mir total leid, dass du so lange auf meinen Erfahrungsbericht warten musstest.

Inzwischen ist dieser Vorfall bzw. diese Heilungsphase/-krise schon fast 1,5 Jahre her.

Kurz zur Vorgeschichte:

Im Jahr 2014 habe ich mein erstes Kind nach langer Nacht schließlich aufgrund mehrerer Komplikationen per Kaiserschnitt entbunden. Die OP ist normal verlaufen und uns beiden ging es körperlich schnell wieder gut. Allerdings hatte ich psychisch schon damit zu kämpfen, „mein Kind nicht natürlich auf die Welt gebracht zu haben.“

Zwei Jahre später, im Juni 2016 habe ich mein zweites Kind bekommen. In der Schwangerschaft hatte ich noch mehrmals schlaflose Nächte wegen der Steißlage bis zur 34. Schwangerschaftswoche und dem damit geplanten Kaiserschnitttermin. Trotz aller Prognosen der Ärzte, war es eine schnelle, unkomplizierte, natürliche Geburt. Anfangs konnte ich aufgrund der Geburtsverletzungen nicht gut sitzen und gehen. Auf Rat meiner Hebamme blieb ich einige Tage fast komplett im Bett liegen.

Nach zwei bis drei Tagen, an denen ich wieder aktiv am Leben teilnehmen konnte und wir als Familie gemeinsam zum Einkaufen fuhren, erzählte ich am Abend noch am Telefon glücklich: „So, jetzt ist alles perfekt!“ Bereits in der gleichen Nacht hatte ich ein komisches, mir unbekanntes Gefühl in meinen Beinen. Morgens dachte ich nicht mehr darüber nach und bemerkte auch nichts mehr. Erst am späten Vormittag, als ich meine Tochter abduschen wollte, „schoss mir etwas in den Rücken und zog hinunter ins linke Bein“. Ich legte mich einfach wieder ins Bett. Wir dachten, ich hätte vielleicht die letzten beiden Tage zu viel unternommen. Als ich meine Mutter in ihrer Arbeit (Therapiezentrum) darüber verständigen bzw. nach einem Massagetermin fragen wollte, war zufällig sofort einer frei. Deshalb fuhr ich los. Die Therapeutin schaute mich schockiert an und meinte nur: „Hast du dir dein Bein angesehen? Das ist ganz dick und blau. Ich trau mich da gar nichts machen. Fahr lieber weiter ins Krankenhaus.“ Verdacht: Thrombose - meine Mutter wurde sofort vom Dienst freigestellt und fuhr mich in die Notaufnahme.

In der Notaufnahme:

Zunächst wurde ich eine gefühlte Ewigkeit von verschiedenen Ärzten in der Notaufnahme untersucht. Schließlich fragte mich der Chefarzt, ob ich heute schon etwas gegessen hätte, da er mich sonst sofort operieren würde. Ich war wirklich sehr schockiert, da mein Sohn zu diesem Zeitpunkt erst gute zwei Wochen alt war und bisher nur von mir gestillt wurde. Auf meine Nachfrage hin, erklärte er mir was in dieser OP gemacht werden würde. Er sprach von erwartetem großem Blutverlust und Blutkonserven, die er für mich bereitstellen lassen würde und von Intensivstation usw. Er könne mir auch nicht versprechen, dass ich wieder aufwache, allerdings wäre das ihm und seinen Kollegen bisher nie passiert, aber das Risiko bestehe natürlich. All das hat mich richtig in Panik versetzt und er merkte schon, dass ich davon gar nicht begeistert war. Beim Hinausgehen meinte er noch: „Typisch junge Frau im Wochenbett, die denkt nicht an sich, nur an ihr Kind. Wenn ich Ihnen im Vertrauen einen Tipp geben darf, wenn es sich um meine Frau handeln würde, würde ich die OP definitiv machen lassen.“ Alternativ prophezeite er mir massive Probleme mit meinem Bein, dauerhaftes Tragen von Kompressionsstrümpfen und ein offenes Bein mit 60 Jahren. All das nahm ich aber gern in Kauf im Vergleich zu dieser OP. Schließlich wollte ich auf keinen Fall meine Familie nun im Stich lassen.

Der weitere Krankenhausaufenthalt:

Vorweg: Zum Glück konnte mein Mann die ganze Zeit mit dabei sein, da er sich um unseren Sohn kümmern durfte. Ich selbst lag mit einem Katheter und absoluter Bettruhe dort und stand völlig neben mir. Mehrmals lehnte ich die OP ab, zunächst wenige Stunden (gegen 5 Uhr morgens) vor dem geplanten Eingriff. Nach dem Schichtwechsel kam morgens eine Krankenschwester zu mir ins Zimmer und meinte im Vertrauen: „Frau …, als ich gerade Ihre Akte gelesen habe, hatte ich richtiges Mitleid. Welche Mutter hätte das denn machen lassen? Ich hätte auch auf jeden Fall ablehnt. Aber bitte erzählen Sie niemandem von diesem Gespräch, sonst bin ich meinen Job los.“ Da konnte ich zum ersten Mal kurz aufatmen. Endlich jemand, der mich versteht. Später kam ein junger Assistenzarzt ins Zimmer und meinte, dass ich schriftlich ablehnen müsse und noch bis 13 Uhr Zeit hätte es mir zu überlegen. Sofort unterschrieb ich den Vordruck (sogar mit der Unterschrift meines Mannes als Zeuge). Dann fragte ich diesen Arzt, der mir sympathisch und vertrauensvoll erschien, wie lange ich vorsichtshalber im Krankenhaus bleiben dürfte, wenn ich selbst möglichst lange bleiben möchte, um bei einer akuten lebensbedrohlichen Situation eben schon vor Ort zu sein und er fragte für mich die Oberen. Als er zurückkam, gab er mir die Antwort, dass ich noch mindestens vier, wahrscheinlich sogar fünf Tage bleiben dürfe.

Bei der Visite kam ein Oberarzt ins Zimmer, setzte sich (relativ frech wie wir fanden) auf das Bett meines Mannes und sprach mich in lautem und wirklich furchterregendem strengen Tonfall an: „Frau …., WARUM LASSEN SIE SICH NICHT OPERIEREN?“ Ich traute mich kaum, eine vernünftige Antwort zu geben und erwiderte, dass ich für meine Familie weiter da sein will. Er wetterte und drohte weiter, ob ich denn noch nie offene Beine gesehen hätte und ich solle doch mal bei „Google Bilder“ mir solche ansehen.

Anmerkung: Mein Mann meinte, dass er mir nie geglaubt hätte, wie dieser Arzt mit mir gesprochen und mich behandelt hätte, wäre er nicht live dabei gewesen. Er hätte das als Übertreibung von mir abgetan.  

Abrupte Entlassung aus dem Krankenhaus:

Am nächsten Morgen kam ein junges Mädchen mit einem Frühstückstablett ins Zimmer. Ich atmete auf und freute mich, dass ich einfach nur ein Frühstück bekommen sollte und mich niemand mehr wegen dieser OP anreden würde. Doch ein paar Sekunden später hörte ich das Mädchen sagen: „Das Frühstück ist für Ihren Mann. Sie müssen ja nüchtern bleiben.“ Dieser Satz war für mich wieder wie ein Schock. Mein Mann, der währenddessen im Bad unter der Dusche stand und nichts von dem Vorfall mitbekommen hatte, war ebenfalls entsetzt, als ich ihm davon erzählte. Sofort ging er auf den Gang und sprach laut jemanden ziemlich bestimmt an: „Ich weiß nicht, was wir noch machen sollen. Wir haben bereits mehrmals schriftlich diese OP abgelehnt!“ Eine gute Stunde später, bei der eigentlichen Visite, kam der Chefarzt (mit einigen anderen Personen) herein und sagte: „Frau …, Sie haben die OP abgelehnt, dann sind Sie jetzt entlassen. Es ist ja viel zu gefährlich für ihr Neugeborenes auf unserer Station, denn wir sind darauf ja gar nicht ausgelegt. In Kürze werden Sie den Entlassbericht erhalten und dann dürfen Sie gehen.“

Anmerkung: Zu diesem Zeitpunkt war ich noch kein einziges Mal aufgestanden, schon beim Versuch mich aufzusetzen, den ich am Abend zuvor unternommen hatte, sackte mein Kreislauf zusammen. Deshalb war ich dann zwar froh, wieder nach Hause zu kommen und endlich von diesem schrecklichen Aufenthalt erlöst zu sein, allerdings wusste ich ja trotzdem überhaupt nicht, was jetzt am sinnvollstem zu tun ist bzw. ob jetzt noch eine Gefahr besteht usw. Völlig verunsichert verließ ich mit meinem Mann und meinem kleinen Sohn das Krankenhaus.

Obwohl es nur ein paar Tage waren, die ich dort stationär aufgenommen war, kam es mir vor, als wären es Wochen gewesen.

Telefonate mit Doktor Hamer:

Glücklicherweise war Doktor Hamer zu diesem Zeitpunkt noch fit und gab am Telefon wertvolle Tipps an alle Leute, die ihn in Verzweiflung anriefen. So konnte auch ich mit ihm persönlich sprechen und obwohl er das Thema Thrombose nicht als sein Fachgebiet bezeichnete, beruhigte er mich und freute sich auf weitere Anrufe, um den weiteren Verlauf mitzuteilen.

Was ich aus der Sache gelernt habe:

Inzwischen glaube ich genau zu wissen, warum diese OP laut den Ärzten stattfinden sollte. Zum einen aus wirtschaftlichen Gründen. Darüber hinaus bin ich mir aber auch sicher, dass ich als seltener Fall als Versuchskaninchen gedient hätte.

Übrigens: Die Blutverdünner setzte ich nach zwei Wochen ab, die Thrombosestrümpfe trug ich ein komplettes Jahr und setzte sie dann zunächst schrittweise, innerhalb von zwei Wochen dann ganz ab. Seit ca. einem halben Jahr bin ich nun beschwerdefrei und ohne irgendwelche Einschränkungen.

Ob ich Rechts- oder Linkshänder bin, kann ich nicht eindeutig sagen. Der Klatschtest fällt eindeutig rechtshändig aus, allerdings gibt es auch einige Situationen (Mini-Golf spielen usw.), bei denen ich eher linkshändig stark bin. Sicher ist, dass mein Konflikt die „nicht selbst geschaffte“ Geburt war, ob ich allerdings meinem Kind gegenüber oder meinen sonstigen Mitmenschen (Freunden, Verwandten) usw. etwas „beweisen“ wollte, weiß ich nicht so genau. Es gab definitiv einen Stau in den Venen, allerdings ist der laut Dr. Hamer nicht so verursacht, wie die Schulmedizin sich eine Thrombose vorstellt.

 

Lieber Helmut, vielen Dank für deine Hilfe und die Hilfe deiner Frau in dieser Situation, ich weiß sehr zu schätzen, was ihr tut und auch, welche „Opfer“ ihr für die Allgemeinheit bringt. Macht weiter so, es ist definitiv ein wichtiger Weg!!

Mein Bericht ist nun so lange geworden, du darfst ihn natürlich gerne kürzen, dass er ansprechender wird. Ich selbst musste mir das ganze vielleicht einfach mal von der Seele schreiben, deshalb ist alles sehr emotional und kleinschrittig erklärt.

liebe Grüße,

D.

 

Anmerkung on HPilhar

Im "Vermächtnis" ist ein ähnlicher Fall beschrieben. Es handelt sich hier nicht wie fälschlich angenommen um eine Thrombose (Klotz am Bein, Vene), sondern um einen gelösten leichten Selbstwerteinbruch "das stehe ich nicht durch", das Lymphgewebe betreffend.

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Uni_Logo_01 Copyright © Dr. med. Ryke Geerd Hamer
Quelle: www.germanische-heilkunde.at